Das Ende der optischen Schutzwälle in der Eurokrise hat begonnen

Ein kurzer Nachtrag auf Grund einer aktuellen Meldung zu den beiden ausführlicheren Blogeinträgen über den Kapitalbedarf der Banken in der Eurokrise und die Analyse der EZB-Politik der das Problem aber direkt auf den Punkt trifft.

Wie vorgestern zu lesen war, fällt nun der erste sogenannte „optische Schutzwall". Durch eine Gesetzesänderung, das geplante Hypo-Sondergesetz, will Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) die Forderungen der Nachranganleihe-Gläubiger der Kärntner Hypo streichen.

Nun kann man grundsätzlich gegen Staatsgarantien sein und auch Iceventure ist der Meinung, dass staatliche Interventionen möglichst zu unterbleiben sind.

Allerdings hat dieses Sondergesetzt erhebliche Signalwirkung. Zum einen bricht wiederum die politische Seite ein Versprechen. In Zukunft werden also Investoren nicht mehr bereit sein auf Grund gegebener Garantien ihre Anlage länger zu halten. Dies ist insbesondere in Situationen negativ in denen es sich wirklich um eine reine Liquiditätskrisen handelt.

Zum zweiten lässt die Begründung aufhorchen: Der Minister argumentierte, dass man von Anfang an nicht an die Haftungsgarantie hätte glauben dürfen. Jeder größere Investor hätte wissen müssen, "eine 25-Milliarden-Euro-Haftung, die von einem Jahresbudget des Landes über 2 Milliarden getragen werden soll, die kann nicht funktionieren".

Damit macht zum ersten Mal ein Politiker deutlich, wie groß die Garantiesummen gegenüber der Tragfähigkeit von Staatshaushalten sind. Natürlich ist Kärnten ein extremes Beispiel. Allerdings ist diese Beobachtung auch auf die anderen Rettungsmechanismen in der Eurokrise übertragbar.

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Optische Schutzwälle, ein Begriff der auf Kyle Bass zurück geht, bezeichnet dabei Garantiemechanismen, die eine hohe Signalwirkung für Investoren haben, aber am Ende nicht so gehaltvoll sind, wie dargestellt.

Das ist auch mit einer der Gründe, warum Iceventure die These des säkularen Umschwungs vertritt.
Hintergrund ist, dass die aktuelle Finanzkrise eine Dimension hat, die z.B. der IMF als Instrument für kleine, offene Volkswirtschaften mit „balance of payment" Krisen nicht mehr lösen kann.

Eine Ironie der Geschichte ist, dass bereits 1931 Österreich das erste Land in Europa war, dass eine Banken und Währungskrise hatte, die sich dann rasch ausbreitete.

Allen Kunden empfehle ich weiterhin ein wachsames Auge auf Finanzierung und Treasury zu legen und Wachstumsmaßnahmen entsprechend langfristig zu planen. Vielleicht sind in diesem Umfeld langfristige Wachstumsmaßnehmen durch Geschäftsfeldentwicklung, genau die richtige Lösung, um reale Assets zu schaffen. Im Falle des Interesses, sprechen Sie mich an.

A. Eggerz is entrepreneur and managing director of Iceventure.

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