Der Business Plan – Mythen vs. perfektem Plandokument

Jeder angehende Unternehmer hat das Wort bereits gehört. Doch was hat es denn mit dem Business Plan (BP) wirklich auf sich?
 

Facts: Für Iceventure ist weniger das Dokument Business Plan entscheidend, als der Prozess hin zu dem Dokument eng verzahnt mit der zukünftigen Unternehmensstrategie.

 
Schon mal bei der Beratung der Handelskammer gewesen? Oder im Bekanntenkreis etwas über Gründung erwähnt? Dabei kam sicherlich die Sprache früher oder später auf den BP – dieses famosem Dokument, ohne das nichts geht. Kaum eine Universität oder innovationsförderliche Einrichtung, die keine Kurse dazu anbietet.
Erstaunlich ist aber, dass obwohl jeder darüber spricht, oft der wahre Sinn des Business Plans zu kurz kommt. Denn – wie Studien beweisen ist er bei weitem nicht Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung.
 
Mythos Nr. 1 - Man muss einen schriftlichen Business Plan haben
Das ist nicht unbedingt notwendig. Viele Unternehmen verschriftlichen erst die Idee, wenn sie Investoren von außen suchen. Also muss man den Zweck des BP verstehen.
 
Mythos Nr. 2 – einmal gemacht steht der Business Plan für immer
Märkte ändern sich, ebenso die Strategie. Das gilt für Start-ups oder neue Geschäftsfelder umso mehr, da sie sich zusätzlich gegen Bestehendes durchsetzen müssen. Jede Aktion am Markt verändert die Informationslage und rüttelt an dem Niedergeschriebenen, gerade in der Anfangsphase.
 
Mythos Nr. 3 – Praktisch, der Berater schreibt den Business Plan
Die im Ergebnis enthaltene Strategie muss von dem Unternehmer bzw. dem Team umgesetzt werden (können). Gerade weil die Vorgehensweise stärker von der eigenen Persönlichkeit geprägt ist (Unternehmer=unternimmt) als im großen Unternehmen, kann die Aufgabe nicht delegiert werden.
 
Mythos Nr. 4 – der BP ist schnell geschrieben
Spätestens jetzt sollte klar sein, dass je nach Dimension der Unternehmung die Erstellung des Business Plans zeitaufwendig ist, mehrerer Iterationen und Informationsrecherche bedarf. Diese Zeit kann man nicht am Markt sein, deswegen sollte sie umso effizienter genutzt werden.
 
 
Was hat es also mit einem guten BP auf sich und welche Rolle spielt der Berater dabei?
Ich bin der Meinung ein gutes schriftliches Unternehmenskonzept zeichnet sich durch den Weg der Entstehung aus. In Workshops und/oder Diskussionen sollte sich ein Bild des Vorhabens, der Chancen und Risiken sowie der Schritte ergeben. Business Plan-Erstellung ist Strategieausarbeitung. Idealerweise ist hier der Berater als kritischer Diskussionspartner am stärksten eingebunden. Wer dies bei der Erstellung berücksichtigt wird am Ende auch ein gutes Ergebnis erhalten.

A. Eggerz is entrepreneur and managing director of Iceventure.

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